Blüten auf dem Teller – ein Trend oder jahrhundertealte Tradition?

"Jonjoli", eingelegte Knospen
der Gemeinen Pimpernuss

In den letzten Jahren ist es ja ein richtiger Trend geworden, Gerichte mit essbaren Blüten zu dekorieren. Viele Speisen wirken dadurch nicht nur optisch hochwertiger, sondern bekommen auch eine ganz besondere Note.

Gestern waren wir erneut in einem georgischen Restaurant – und diesmal haben wir etwas ganz Besonderes probiert: Jonjoli, die eingelegten Knospen der Gemeinen Pimpernuss. Mein Besuch hatte so etwas noch nie gegessen, und weil ich wusste, dass dieses Gericht direkt aus Georgien stammt und direkt aus dem Land importiert wird, war es mir wichtig, dass meine Freunde es unbedingt probieren.

Eingelegtes Gemüse verbinde ich persönlich eher mit der Winterzeit. Man kennt es als Beilage zu deftigen Gerichten, Suppen oder Fleisch. Aber eingelegte Blüten bzw. Knospen? Das war nochmal eine ganz neue Erfahrung für meine Freunde – geschmacklich leicht säuerlich, frisch und gleichzeitig überraschend aromatisch.

Ich muss gestehen, der Geschmack dieser eingelegten Knospen ist nicht jedermanns Sache. Ich glaube, meine Freunde waren eher von der Idee begeistert, dass man so etwas überhaupt einlegen kann, als vom Geschmack selbst überzeugt. Aber genau das hat zu einem richtig lebhaften Gespräch geführt – plötzlich entflammte ganz spontan eine Diskussion darüber, wo auf der Welt und in welchen Ländern Blüten noch gegessen werden. Uns sind direkt viele Beispiele eingefallen. Essbare Blüten sind längst mehr als nur Deko – sie sind fester Bestandteil vieler Küchen weltweit.

Ein Klassiker sind für mich Rosen. Ich liebe Rosensirup oder Rosenmarmelade. Meine Oma hat diese Marmelade früher selbst gekocht, und dieser Duft ist einfach unverwechselbar. Auch Rosenwasser ist aus vielen orientalischen Küchen nicht wegzudenken und wird dort in zahlreichen Desserts verwendet.

In Italien denkt man natürlich sofort an Artischocken oder Zucchiniblüten, die oft gefüllt oder frittiert werden. Und was ich unbedingt noch ausprobieren möchte: frittierte Akazienblüten. Das habe ich bisher noch nie gegessen, klingt aber unglaublich spannend.

Als uns nichts mehr einfiel, haben wir kurzerhand im Internet nach Antworten gesucht. Ja, ich weiß – das Handy am Tisch ist eigentlich nicht so schön. Aber wir waren unter uns, es hat unser Gespräch überhaupt nicht gestört, und wir waren einfach sehr neugierig. 

Und tatsächlich: Wir haben schnell gemerkt, wie verbreitet essbare Blüten weltweit sind. In Mexiko zum Beispiel sind Kürbisblüten ein echter Klassiker und landen in Quesadillas oder Suppen. In Indien werden Bananenblüten in herzhaften Gerichten verwendet, oft in Currys. Und in Asien findet man sogar Chrysanthemenblüten in Suppen oder als Beilage.

Besonders kurios fanden wir aber eine Entdeckung aus Skandinavien: Dort werden teilweise Fichtensprossen und junge Kiefernblüten verwendet – nicht nur in Tees, sondern sogar in Sirup oder als aromatische Zutat in Desserts. Das klingt erstmal ungewöhnlich, aber gleichzeitig unglaublich spannend. Irgendwie merkt man dabei erst, wie kreativ Küchen weltweit mit dem arbeiten, was die Natur direkt liefert.

Blüten in der Küche haben also eine lange Tradition. Und welche Blüten hast du schon probiert – und welche schmecken dir am liebsten?

 


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